1. Pünktlichkeit 

Unpünktlichkeit ist nicht nur den Anderen gegenüber unhöflich, nein, auch im eigenen Interesse ist es sinnvoll pünktlich oder besser noch, vor der genannten Zeit am Treffpunkt zu erscheinen.

Unsere genannten Zeiten sind übrigens Abfahrtzeiten.
So kann man noch das eine oder andere Schwätzchen halten, etwas am Motorrad richten, doch noch schnell die anderen Handschuhe anziehen, das Frühstückszigarettchen rauchen, die Regenhose an-/ ausziehen usw…. 

Die Abfahrt ist wesentlich gelassener, wenn alle frühzeitig und ohne Hast am verabredeten Treffpunkt erscheinen.

2. Tanken 

Eine Tour wird mit vollem Tank begonnen. 

Auch hier ist es eine Frage der Höflichkeit, ob ich die anderen Teilnehmer mit einem Zeitverlust während der Tour behellige, nur weil ich vorher zu bequem war, den Tank zu füllen.
Wir klären deshalb vor Beginn der Tour, welcher Teilnehmer den geringsten Aktionsradius aufgrund des Tankvolumens hat.
Es ist vor der Tour eine klare Aussage zu treffen: “Ich komme X-km mit meinem Motorrad”. 

Anläßlich dieses Tankstopps tanken alle Teilnehmer voll auf.
Auch ein Blick auf den Ölstand sollte vor einer Tour selbstverständlich sein.

3. StVO 

Es versteht sich eigentlich von selbst, dass für jeden Teilnehmer die StVO gilt. 

Demnach sollte jedem klar sein, dass er auf eigene Verantwortung fährt und den Tourguide nicht für eine Geschwindigkeitsübertretung oder andere Verletzungen der StVO während der Tour verantwortlich machen kann.

Wenn mein Vordermann z. B. an einem Stoppschild nicht hält, so ist das seine Sache. 

4. Gruppenzusammenhalt 

Weniger erfahrene Teilnehmer einer Gruppenfahrt sollten aus eigenem Interesse eine Position hinter dem Tourguide aufsuchen. 
Hier ist es leichter, den Anschluß zu behalten und das Gefühl aus dieser Position heraus “nicht verloren zu gehen”, ist ebenfalls recht angenehm und vermittelt Sicherheit. 

In der Gruppe wird möglichst in versetzter Formation gefahren. Durch diese Formation werden mehrere Vorteile miteinander kombiniert:
a) Jeder kann seinen Hintermann recht gut im Spiegel sehen
b) Jeder kann seinen Vordermänner gut sehen und
c) Der Bremsweg bei harten Bremsmanövern ist viel größer.

Selbstverständlich fährt jeder die Kurven auf “seiner” Ideallinie.
Anschließend nimmt die Gruppe wieder die versetzte Formation ein. Jeder sollte seinen Platz in der Gruppe, den er beim Start oder nach einer Pause eingenommen hat, wieder übernehmen.
Was nicht heißen soll, dass die Position nicht einmal gewechselt werden kann. Dieser Wechsel sollte mit einer eindeutigen Gesten, wie z.B. Blinken und/oder Blickkontakt (Spiegel) zum Anderen angekündigt werden, um dann mit ausreichendem Abstand den Anderen überholen.
Dann sind Positionswechsel in der Gruppe auch kein Risiko (für alle Teilnehmer)! 

Eine Kleinigkeit mit großer Wirkung ist es, vor und nach jedem Abbiegen, nach jeder Ampel, ob rot oder grün und auch nach mehreren Kurvenfolgen eine Blick für seinen Hintermann zu “riskieren” ob er noch “mit da bei ist”.  Jeder ist verantwortlich für den Hintermann.
Falls dieser merklich langsamer wird, wird die eigene Geschwindigkeit ebenfalls zurückgenommen. Dieses “Verzögerungssignal” setzt sich relativ schnell nach vorn zum Tourguide fort.

Steht ein Abbiegen an, ist ggf. vor dem Abbiegemanöver die Fahrt zu verlangsamen oder sogar anzuhalten, bis gewährleistet ist, dass der nachfolgende Teilnehmer die Fahrtrichtung und den Tourverlauf erkannt hat. Auf diese Weise wird die Gruppe zusammengehalten und kann nicht getrennt werden. So ist eine permanente Kontrolle der Vollständigkeit gegeben und keiner geht auf seltsame Art und Weise verloren. 

Falls aus irgendwelchen Gründen angehalten werden muss, so kann dies durch das Setzen des rechten Blinkers angekündigt werden. Denn wenn alle regelmäßig in den Rückspiegel schauen (siehe oben) sollte es sich schnell bis zum Tourguide “durch-geblinkt” haben, dass ein Kollege rechts anhalten möchte. 

Beim Anhalten bitte immer genügend Abstand zum Anderen einhalten. Denn gerade beim Anhalten, Parken oder Losfahren passieren die meisten Rempler oder Umfaller.
Wenn an Kreuzungen oder Ampeln angehalten wird, bilden die Teilnehmer, wenn möglich, eine Zweiergruppe nebeneinander. Hierdurch entsteht eine kurze und kompakte Gruppe, die es erlaubt, dass beim Anfahren gleich zwei auf einmal die Kreuzung passieren können.

Nach Passieren des Kreuzungsbereich/Ampel und geht wieder in die bewährte Formation über. Vordrängeln führt zu Unklarheiten oder auch zu unnötigen Kollisionen. Sollte die Gruppe durch eine “Rote Ampel” getrennt werden, so halten die Vorausfahrenden bei nächster Gelegenheit am rechten Straßenrand, bis die nächste Grünphase ein Aufschließen ermöglicht.

5. Trennung von der Gruppe

Sollte trotz all dieser Maßnahmen einmal ein Teilnehmer verloren gehen: Keinesfalls fährt er kreuz und quer in der Gegend herum, sondern er fährt auf seiner Strecke wieder zurück bis zu dem Punkt, von dem er mit Sicherheit weiß, dass hier die Gruppe noch zusammen war

Der Tourguide seinerseits klärt mit den anderen Teilnehmern, wo der Vermißte zuletzt gesehen wurde und einer fährt die Route bis zu diesem Punkt zurück und holt den Vermißten zurück zur Gruppe. 

Wenn diese Maßnahme nicht ausreicht, startet der Getrennte einen Anrufversuch per Handy (Nummern austauschen und/oder Mitgliederliste mitnehmen). Falls er keine Verbindung erhält, sendet er eine SMS mit seiner Position oder bespricht die Mailbox.
Den eigenen Standort hält er möglichst bei.

6. Überholmanöver

Muss die Gruppe einen Überholvorgang durchführen, so ist hier jeder für sich selber verantwortlich. 

Jeder, der überholt hat, sollte aber unbedingt darauf achten, dass nicht unmittelbar nach dem Überholvorgang die Geschwindigkeit so stark reduziert wird, dass hierdurch die Lücke zu klein oder gar geschlossen wird.

Es ist zügig nach vorn aufzuschließen. Auch ist es für den Hintermann, der auch überholen möchte nützlich, wenn sein Vordermann nach dem Überholvorgang sich möglichst rechts hält.
So kann er, der Hintermann, bequem neben seinem Vordermann nach seinem Überholvorgang die linke Seite der Fahrbahn nutzen. 

Anschließend nimmt die Gruppe wieder die gewohnte Formation ein. 

Jedem Teilnehmer sollte das Phänomen der Gruppendynamik bekannt sein und daraus ableiten, dass er nur die Fahrmanöver durchführt, die ihm geläufig sind und die von ihm sicher beherrscht werden. Es bereitet nur Streß und große Gefahr für alle Teilnehmer, wenn sich jemand aus der Gruppe heraus zu etwas aufgefordert fühlt, dass er als Einzelfahrer nie wagen oder durchführen würde.

7. Die Tour vorzeitig beenden 

Wird die Tour von einem Teilnehmer vorzeitig beendet, so ist es angebracht, dies dem Tourguide und seinem Tourenfreunden mitzuteilen. Geschieht dies nicht, löst man eine Suchaktion aus.

8. Andere Verkehrsteilnehmer beachten

Natürlich ist für andere Verkehrsteilnehmer Platz zu machen, falls diese einmal einen Überholvorgang ab- oder unterbrechen müssen. Die Gruppe sollte dynamisch Platz machen und anschließend wieder in Formation zusammenrücken

9. Zeichen geben und werten 

Bei anderen Touren mit anderen Vereinen beobachtet man immer wieder “wilde” Handzeichen, die auf mögliche Gefahren hinweisen sollen. z.B.:
1. Warnblinkanlage wird eingeschaltet wenn sich eine Kuh auf der Straße befindet. – Dann sollte man nicht in die Alpen fahren!
2. Handzeichen weil Splitt in der Kurve – Man soll halt immer so fahren, dass man dem auch noch ausweichen kann oder bremsen kann.
3. Handzeichen weil Kuhscheiß…. auf der Fahrbahn – Shit happens usw. 

Solche Zeichen oder Gesten können aber auch zu Mißverständnissen führen!
Daher, lassen wir das mal. Wenn man dem Hintermann aber etwas “mitteilen” möchte, das da was auf der Straße liegt, reicht es auch, einen kleinen Schlenker um das Hindernis zu machen – oder?

10. Schlussmann / Lumpensammler 

Der Schlussmann sollte selbst nicht das leistungsschwächste Mopped fahren, und auch ein versierter Fahrer sein.  Als “Lumpensammler” den Anschluss zu halten, ist erfahrungsgemäß am schwierigsten.

11. Gruppendenken 

Hat ein Teilnehmer während der Tour ein Problem (welcher Art auch immer), so betrifft das im weitesten Sinne die ganze Gruppe.
Keiner sollte denken “ist ja nicht mein Problem”, denn es könnte ja auch mal ihn treffen. Hier ist eine gute Gelegenheit, die viel besprochene “Bikersolidarität” umzusetzen.

12. Tourende / Ankunft am Ziel

Hat ein Teilnehmer die Gruppe vorzeitig verlassen, so ist es ein gutes Gefühl, wenn er sein Ziel erreicht hat, dieses kurz dem Tourguide mitzuteilen.
Eine SMS ist ´ne feine Sache. So geht die Tour garantiert problemlos und mit dem guten Gefühl “Es sind alle heile angekommen” zu Ende.

In diesem Sinne: Viel Spaß und Freude am Fahren auf allen Touren

wünscht Euch Anja